October
2020

Ist Licht?

Manchmal dauert es sehr lange, bis man erkennt, dass man nichts erkennt. Wer fotografiert, bildet Licht ab. Oft sehen wir aber nur das Menschliche, das Gegenständliche, die Umgebung in dem Motiv, das uns dann auf einem zweidimensionalen Papier oder an einem Monitor, begrenzt durch Ecken und Ränder, als Impuls zur Verfügung steht, um über Interpretationen des Eigenen nachzudenken. 

Doch das Wesentliche, das den Dingen immanente, von der Materie reflektierte Licht, das permanent vorhandene Licht sehen wir nicht. Vielleicht nehmen wir es irgendwie wahr, doch schauen wir es nicht an. Obwohl es das Motiv erst ermöglicht, den Raum, die Zeit, die Bewegung, das Sein darin.  

Was ist, wenn wir aber genau das beim Fotografieren beobachten wollen? Wenn wir sehen wollen, was uns als Menschen mit der uns zur Verfügung stehenden physischen Ausstattung nicht gelingt? Wenn wir versuchen, das, was sich in Raum und Zeit ausbreitet, bewegt, aufhält, wenn wir das, was unsere Umgebung erst sichtbar macht, sehen wollen? Was werden wir dann schauen? Lumen Beings?

 

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